Mittwoch, 23. Februar 2011

Kambodscha & Thailand

In Vietnam war in der ersten Februarwoche TET, auch bekannt als Neujahr und da uns gesagt wurde, dass alle Vietnamesen über TET zu ihren Familien fahren, viele Läden geschlossen haben und auch auf den Straßen kaum was los ist, bin ich für 3 Wochen nach Kambodscha und Thailand gereist.

Angefangen hat alles mit einem Flug von Hanoi nach Saigon, von dort aus bin ich dann mit einem Bus nach Can Tho zu Marian gefahren und schließlich haben wir zusammen mit einem Bus die kambodschanische Grenze überquert. Die Grenze war nicht bewacht oder durch irgendwelche Schranken verschlossen, man hätte eigentlich einfach durchfahren können, aber da wir später keine Probleme haben wollten, haben wir das Visa Office gesucht und gefunden. Die letzte Hütte die man mit einem Visa Büro in Verbindung gebracht hätte, hat sich dann jedoch als solches entpuppt. An der Hütte hingen keine Schilder mit dem Preis für das Visum, laut Reiseführer sollte das Visum aber nur 20 $ kosten. Ein Polizist in der Hütte hat dann aber gesagt, das Visum koste 25$ und nachdem wir gesagt haben, dass das Visum eigentlich nur 20$ kostet, hat er dann nur noch 22$ verlangt, die wir dann auch bezahlt haben. Marian musste aber 1$ mehr bezahlen, da er kein Passbild dabei hatte, aber ein Bild von ihm wurde trotzdem nicht gemacht, also reine Geldmacherei.

Als wir dann an der Grenze standen, wurde gleich ein weiterer Versuch unternommen, die 'Weißen' ab zu zocken und zwar haben unsere Mopedfahrer 20$ verlangt, um uns nach Kampot zu fahren, wo wir übernachten wollten. Nach langem Diskutieren und einem kleinen Streit haben uns dann 2 Locals für 4$ auf ihren Mopeds mitgenommen. Die Fahrt war ein kleines Abenteuer für sich, weil wir uns überhaupt nicht ausgekannt haben, es dunkel war, die Straßen nicht beleuchtet waren und Marians Mopedfahrer immer etwas schneller gefahren ist als meiner und sein Moped kein Licht hatte und wir uns dann dauernd aus den Augen verloren haben. Im Nachhinein hätten uns die Zwei irgendwohin fahren können, aber es ist dann alles gut gegangen und nach 1 Stunde Fahrt sind wir sicher in Kampot angekommen. Die Stadt ist nicht so besonders, deswegen haben wir am nächsten Morgen gleich den ersten Bus nach Sihanoukville genommen.

Sihanoukville ist einer der schönsten Badeorte in ganz Kambodscha, dort haben wir 3 Tage verbracht und größtenteils nur am Strand gelegen. Geschlafen haben wir in Dormrooms, das sind große Räume mit vielen Betten drin, perfekt für Bakpacker die nicht so viel Geld zur Verfügung haben. Unser Gesthouse war gleichzeitig auch die größte Disco im Umfeld, was einerseits zum Feiern cool war, wenn man aber mal früh ins Bett wollte, weniger cool war, aufgrund von sehr lauter Musik bis 8 Uhr morgens.

Hier ist mir zum ersten mal die Kinderarbeit und der Sextourismus aufgefallen. Die Kinder laufen andauernd den Strand entlang und wollen Früchte, Armbänder und ähnliches an die Westler verkaufen. Ich fand das nicht so cool, aber ich weiß auch nicht wie schlimm das für die Kinder war, wir haben uns nämlich mit ein Paar unterhalten und sie meinten sie machen business, verdienen sich hier Geld dazu und bezahlen auch ihre Englisch Schule damit und klangen gar nicht so unglücklich. Es war so wie so ziemlich krass, dass so gut wie jeder Englisch sprechen konnte, was man aus Vietnam einfach nicht gewohnt war. Auf der anderen Seite, gab es aber auch Kinder die in ziemlich dreckigen Klamotten rumgelaufen sind, kein Englisch sprechen konnten und immer nach leeren Flaschen gefragt haben. Auch um 2 Uhr nachts saß immer ein kleines Mädchen vor dem Eingang unserer Disco, ziemlich dreckig, traurig und müde und hat nach etwas Geld gebettelt und damit kam ich wirklich nicht klar. Man kann den Kindern auch nicht wirklich helfen, weil sobald man ihnen etwas gibt, unterstützt man ja die Kinderarbeit.

Zum Thema Sextourismus kann ich nur sagen, dass es abends teilweise ziemlich ekelig war, die alten weißen Männer zu sehen, die dann eine junge Kambodschanerin im Arm hatten. Der Club war abends allgemein überfüllt von Prostituierten, was einem selbst die Feierlaune dann oft genommen hat. Aber auch in Vietnam sieht man ab und zu einen Weißen und eine Vietnamesin und man denkt gleich Sextourist, was eigentlich auch ziemlich dumm ist, weil ja nicht jeder so ist. Nur in Sihanoukville war es abends in der Disco ziemlich offensichtlich. Naja so viel zu diesem Thema...

Nach Sihanoukville ging es dann nach Siemreap wo wir uns mit anderen Freiwilligen getroffen haben. Siemreap ist Ausgangspunkt für die Besichtigung von Angkor, dort gibt es die größten, noch erhaltenen Tempelanlagen Kambodschas, mit dem berühmtesten Tempel Angkor Wat. Ich glaube Angkor ist sogar eine der größten Tempelanlagen der Welt, wenn nicht sogar die Größte. So gut wie jeder Tourist in Kambodscha besichtigt Angkor. Das war auch der Grund, warum wir nach Siemreap wollten, also sind wir am nächsten Morgen um 6 Uhr mit Fahrrädern bewaffnet gen Angkor gefahren und sind dort auch erfolgreich angekommen, nur leider etwas zu spät für den Sonnenaufgang :D Angkor war wirklich sehr beeindruckend und ich kann die Besichtigung dieser riesigen Tempelanlage nur weiterempfehlen. Uns hat jedoch 1 Tag gereicht, man konnte auch eine 3 Tagestour machen, aber dafür hatten wir nicht genügend Zeit und auch nicht genug Interesse. Die ersten zwei Tempel sind die Größten wobei der Erste um einiges riesiger ist, mir persönlich hat aber der Zweite mit den vielen in Stein gemeißelten Gesichtern mehr gefallen hat. Die vielen anderen Tempel sind auch alle Sehenswert, aber mit der Zeit sehen sich die Tempel einfach alle sehr ähnlich, also uns hat ein Tag Angkor wirklich gereicht.

2 Tage haben wir anschließend in Battambang, eine der größten Städten Kambodschas, verbracht. Dort haben wir entspannt und sind abends mit den Freiwilligen aus Kambodscha feiern gegangen.

Da wir dachten, dass ein Flug von Thailand nach Vietnam nur um die 50$ kostet und das Visum for free ist, haben wir uns dann entschlossen, nach Bangkok zu fahren. Gesagt getan, haben wir in Bangkok dann aber leider gemerkt, dass Flüge mindestens doppelt so teuer sind, deshalb haben Marian und ich uns entschlossen, mit dem Bus über Kambodscha wieder zurück zu fahren, um noch Phnom Phen, Kambodschas Hauptstadt, zu besichtigen und nicht noch für eine Woche mit den Anderen die teure Flüge gebucht haben, durch Thailand zu reisen. Wir haben dann alle 4 coole Tage in Bangkok verbracht und einiges Besichtigt und uns dann am letzten Tag getrennt.

In Thailand ist mir der große Unterschied zwischen Entwicklungsland und entwickeltem Land aufgefallen, wie viele Autos im Gegensatz zu Vietnam auf den Straßen fahren, dass alles viel westlicher ist und auch es auch viel mehr Touris gibt.

Um durch Kambodscha reisen zu dürfen, brauchten wir natürlich wieder ein Visum und unser Busfahrer wollte das unbedingt für uns erledigen und meinte das Visum würde 40$ kosten. Weil wir ihm nicht geglaubt haben, haben wir das selbst in die Hand genommen und unser Visum letzten Endes für 20$ bekommen, obwohl dort auch einige Polizisten waren, die uns ein Visum für 30$ geben wollten und auch im offiziellen Visagebäude waren Polizisten, die von allen Touris 3$ extra verlangt haben, obwohl auf einem Schild dick und fett 'Tourist Visa 20$' stand.

Die Fahrt nach Phnom Phen ist ansonsten problemlos verlaufen, dort hatten wir zwei wirklich entspannte Tage und sind dann auch ohne Probleme mit dem Bus wieder im trauten Vietnam angekommen.



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